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Spring!

Impuls für den 03.12.2018

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
 
Quelle: Quelle: unsplash.com/@rawpixel
 
„Fürchte dich nicht“ - was für ein Satz, was für eine Aufforderung! Wenn es doch nur so einfach wäre. Leider ist es das nicht. Als Christin stellt sich mir die Frage: Bin ich wirklich bereit, Gott die Kontrolle über mein Leben zu überlassen und meine Ängste an ihn abzugeben, weil ich ihm vertraue, dass er es gut meint? Mir fällt folgende kurze Geschichte ein, die ich kürzlich gehört habe und mich zum Nachdenken bringt:

Mitten in der Nacht steht ein Haus lichterloh in Flammen. Die Familie hat sich in letzter Sekunde retten können. Nur der sechsjährige Sohn steht oben am Fenster und schreit voll Furcht nach seinem Vater. Der Vater ruft hinauf: Spring doch, spring! Der Junge antwortet mit Angst in der Stimme: Ich sehe dich nicht, Papa! Der Vater ruft hinauf: Aber ich sehe dich, fürchte dich nicht und spring! Da springt der Junge – in die Dunkelheit? Nein, in die Arme des Vaters.

Eine Geschichte, bei der es ums Ganze geht. Wie gut, dass der Sohn seine Furcht überwindet und „blind“ seinem Vater vertraut. Was gibt ihm letztendlich Sicherheit, in das dunkle Nichts zu springen? Er vertraut – er vertraut, weil er um seinen Vater weiß und sich geborgen fühlt, auch wenn er ihn nicht unmittelbar sieht. Ich frage mich, wie es mit meinem Vertrauen, meinem Gottvertrauen aussieht. Lasse ich mich, wenn es darauf ankommt in die Arme Gottes fallen?

Fakt ist: Gott will, dass ich ihm vertraue. Er sieht mich, auch wenn ich ihn nicht sehe. Gott zu vertrauen ist immer auch eine Entscheidung, eine Verbindung mit ihm einzugehen und diese lebendig zu halten. Das ist letztendlich eine lebenslange Aufgabe: Immer wieder kleine Sprünge und irgendwann den großen Sprung zu wagen.
Autor / Autorin

Quelle: Gabriele Denner

Gabriele Denner

Referentin im Bischöflichen Ordinariat, Hauptabteilung Pastorale Konzeption, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info[at]advent-online[dot]de